MIT BIOMASSE AUF DEN WELTMARKT
BLOOM BIORENEWABLES / SEPRIFY | 23.09.2026

Bei Bloom Biorenewables wandeln die Mitgründer Jeremy Luterbacher, Remy Buser und Florent Héroguel (von links nach rechts) pflanzliche Biomasse in Moleküle mit hoher Wertschöpfung um.

Die Freiburger Biowirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Biomasse mithilfe modernster Technologien in Alternativen zu fossilen Ressourcen umzuwandeln. Dies ist auch einer der strategischen Schwerpunkte der kantonalen Wirtschaftsentwicklung. Der Kanton Freiburg bekräftigte dies auch als Gastgeber von BIOKET im Frühling 2026. Dieser führende internationale Kongress, der der Verwertung von Biomasse gewidmet ist, fand zum ersten Mal in der Schweiz statt. Die Unternehmen Bloom Biorenewables und Seprify, die 2025 zu den zehn besten Schweizer Start-ups zählten, zeugen von den ersten Erfolgen dieser Strategie. Sie zeigen, dass sich die in Freiburg entwickelten Innovationen heute auf den internationalen Märkten behaupten können.

Eines ist jedoch klar: Mit dem ökologischen Argument ist es nicht mehr getan. «Nachhaltigkeit allein lässt die Märkte kalt. Man muss in der Welt der Bioökonomie leistungsfähig sein », erklärt Remy Buser, Mitgründer von Bloom Biorenewables. Diese Einschätzung teilt auch Lukas Schertel, CEO von Seprify: «Grosskonzerne messen der Nachhaltigkeit zwar immer mehr Bedeutung bei, wollen aber weder bei der Leistung noch bei den Kosten Kompromisse eingehen.»

Weit mehr als wissenschaftliche Neugier

Das 2019 gegründete Unternehmen Bloom Biorenewables entwickelt eine Technologie, mit der sich die gesamte pflanzliche Biomasse verwerten lässt, um daraus Moleküle mit hoher Wertschöpfung zu gewinnen. Die ersten Anwendungsbereiche liegen vor allem in der Kosmetikindustrie, die Lignin wegen seiner natürlichen UV-schützenden Eigenschaften schätzt. Florent Héroguel, Mitgründer von Bloom Biorenewables, betont: «Die Tatsache, dass unsere Technologie den Sprung vom Gramm zu mehreren Dutzend Tonnen geschafft hat, beweist, dass es sich nicht mehr bloss um wissenschaftliche Neugier handelt, sondern um eine industriell tragfähige Lösung. Die Infrastruktur und das Fachwissen des Instituts ChemTech spielten während diesem Scale-up eine entscheidende Rolle.»

Wie Bloom wandelt auch Seprify eine wissenschaftliche Innovation in industrielle Anwendungen um. Die Technologie wurde ursprünglich entwickelt, um Titandioxid durch ein weisses Pigment auf Zellulosebasis zu ersetzen. Nach und nach wurde sie auf neue Anwendungen mit hoher Wertschöpfung ausgeweitet. Nach der Beschaffung von Kapital in Höhe von 12,25 Millionen Franken Anfang 2026 startete das Unternehmen mit der Serienproduktion seiner Inhaltsstoffe auf Zellulosebasis und ging mehrere internationale Partnerschaften ein, insbesondere mit Oterra und der Grolman Group. «Wir wissen, wo unsere Technologie Mehrwert schaffen kann. Als nächstes wollen wir grosse Konzerne überzeugen, dass wir ein zuverlässiger Partner sind, denn für sie ist Veränderung immer mit einem Risiko verbunden», erklärt Lukas Schertel, CEO von Seprify.

Kapitalrunden, Beginn der Serienproduktion und internationale Partnerschaften: Bloom Biorenewables und Seprify beweisen, dass Freiburg in der Lage ist, wissenschaftliche Fortschritte in wirkungsvolle Innovationen zu verwandeln. Die Entwicklung der beiden Unternehmen bestätigt das Potenzial der Biowirtschaft als Treiber für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.