DER ENTSCHEIDENDE VORTEIL BEIM SCALE-UP
CHEMTECH | 23.09.2026

Das europaweit einzigartige Pilotlabor von ChemTech wurde 2023 erweitert, um dem starken Wachstum seiner Forschungsaktivitäten und seiner Zusammenarbeit mit der Industrie gerecht zu werden.

Was haben Nanotechnologie, Polymere, Digitaldruck, Biopharma, Kunststoffverarbeitung und künstliche Intelligenz gemeinsam? In Freiburg gibt es für all diese Bereiche – und viele mehr – ein spezialisiertes Institut oder ein Kompetenzzentrum, die sich grösstenteils auf der Pérolles-Ebene oder in deren unmittelbarer Nähe befinden. Zusammen bilden sie ein erstklassiges Ökosystem, in dem die Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung und Wirtschaft täglich gelebt wird.

Eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Innovationen in industrielle Prozesse spielt das Institut ChemTech: Es hilft Unternehmen dabei, eine der anspruchsvollsten Phasen ihrer Entwicklung bzw. den Übergang von einer vielversprechenden Entdeckung im Labor zu einer zuverlässigen, reproduzierbaren und wirtschaftlich tragfähigen Produktion zu meistern. «Unsere Aufgabe ist es, in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen innovative Produkte und Verfahren zu entwickeln», erklärt Christophe Allemann, Leiter des Instituts.

ChemTech wurde vor rund fünfzehn Jahren gegründet und setzte schon sehr früh auf die Intensivierung von Verfahren, lange bevor dieses Thema in der Industrie Bedeutung erlangte. Diese Vision prägt auch heute noch die Arbeit des Instituts, insbesondere in den Bereichen Bioverfahrenstechnik und grüne Chemie. Mit rund dreissig Fachleuten aus unterschiedlichen, sich jedoch ergänzenden Fachbereichen hat das Institut einen interdisziplinären Ansatz entwickelt, der es ihm ermöglicht, Unternehmen jeder Grösse – vom Start-up bis zum multinationalen Konzern – in so unterschiedlichen Branchen wie Pharma, Parfüm- und Lebensmittelindustrie oder Advanced Materials zu begleiten.

«In Europa einzigartig»                                   

Diese Fachkompetenz stützt sich auf Pilotanlagen, die Christophe Allemann als «in Europa einzigartig» beschreibt: Reaktoren mit einem Fassungsvermögen von bis zu 630 Liter, Destillationskolonnen, Filtersysteme und Analysegeräte. ChemTech verfügt somit über das gesamte Fachwissen und die erforderliche Ausrüstung, um einen Prozess vor seiner Industrialisierung zu entwickeln, zu testen und zu optimieren.

Unternehmen können die Unterstützung des Instituts auf vielfältige Weise in Anspruch nehmen: durch Projekte von Studierenden, Forschungsaufträge, Innosuisse-Projekte, Beratung, Analysedienstleistungen oder massgeschneiderte Schulungen. «Dank dieser Vielfalt können wir sowohl auf einen punktuellen Bedarf eingehen, als auch die Entwicklung einer Innovation über mehrere Jahre hinweg begleiten», erklärt der Institutsleiter.

Die Kooperationen von ChemTech reichen weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus. Das Institut arbeitet insbesondere mit Bloom Biorenewables und Seprify (siehe Seite 8) zusammen, aber auch mit dem CHUV, DSM-Firmenich, Syngenta, Metalor Technologies, Novartis, Agroscope oder dem CSEM. «Wir haben sogar ein Verfahren für eine Fabrik in Texas optimiert, auf Anfrage … eines norwegischen Unternehmens!», sagt Christophe Allemann mit einem Lächeln.