Ein schöneres Symbol kann man sich kaum vorstellen: Anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums wurde das Unternehmen in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Dieser Coup gelang Villars mit der Organisation der weltweit grössten gleichzeitigen Schokoladen-Degustation in Freiburg im Jahr 2026. Seit seiner Gründung im Jahr 1901 hat sich das Freiburger Unternehmen, dessen berühmte Schokoladentafeln heute in rund 60 Ländern verkauft werden, stark verändert. Seine DNA ist jedoch dieselbe geblieben. «Die Liebe zur Tradition, der hohe Qualitätsanspruch und die fast ausschliessliche Verwendung von lokalen Produkten sind nach wie vor die Markenzeichen von Villars», erklärt sein Generaldirektor Nicolas Forget.
Im Laufe seiner langen und bisweilen turbulenten Geschichte hat das Unternehmen stets unerschütterlich an seine Fähigkeit geglaubt, sich nach Rückschlägen wieder aufzurappeln und daraus wertvolle Lehren zu ziehen. Genau diese Resilienz braucht es, um in der heutigen Geschäftswelt zu bestehen. «Auch der rebellische Geist der Anfänge ist immer noch zu spüren. Bei der näheren Betrachtung der Geschichte des Unternehmens haben wir überrascht festgestellt, wie sehr Innovation schon immer eine zentrale Rolle gespielt hat», betont Géraldine Marolleau, Innovation Project Manager. Bereits 1935 brachte Villars die weltweit ersten Schokoladentafeln mit Likör auf den Markt. Auch das Geschäftsmodell – insbesondere die firmeneigenen Boutiquen – konnte schon sehr früh als wagemutig bezeichnet werden.
Geschichte statt Geschichten
Diese Pionierleistungen prägen das Unternehmen auch heute noch. Im Mai 2026 lancierte Villars nicht weniger als 15 neue Produkte gleichzeitig. Ganz im Sinne dieser Philosophie stellte das Unternehmen kurzerhand eine ganze Produktionslinie zur Verfügung, um die Idee einer Mitarbeiterin umzusetzen: «Chocopucks» – kleine, mit Schokolade überzogene runde Waffeln, die anlässlich der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 verkauft wurden, bei der Freiburg eine der beiden Austragungsstädte war. «Bei uns beschränkt sich Innovation nicht ausschliesslich auf den Bereich Forschung und Entwicklung. Wir sind offen für Ideen von anderen Mitarbeitenden oder unseren externen Partnern», erklärt Géraldine Marolleau. So geht die Idee, Pralinen mit Edelweisslikör herzustellen, beispielsweise auf einen Lieferanten zurück.
Die Verantwortlichen sind überzeugt: Die Kombination aus Innovationskraft und historischem Know-how ist der grösste Trumpf von Villars für die nächsten 125 Jahre. «Die neue Generation von Konsumentinnen und Konsumenten verlangt nach Schokolade, die zugleich köstlich, weniger süss und weniger klimaschädlich ist. Gleichzeitig legt sie grossen Wert auf die Authentizität der Produkte und auf Ehrlichkeit», sagt Nicolas Forget. Géraldine Marolleau ergänzt: «Genau, bei Villars erzählen wir keine Geschichten, wir erzählen unsere Geschichte.»