«EIN START-UP INNERHALB EINES GROSSKONZERNS»
CERTX | 23.09.2026

«Physical AI» integriert künstliche Intelligenz in Roboter und autonome Fahrzeuge – ein Bereich, in dem CertX Spitzenkompetenz entwickelt.

Wachsen, aber gleichzeitig flexibel bleiben: So lautet das Ziel von CertX. Das Unternehmen ist 2018 in Freiburg als Spin-off der Hochschule für Technik und Architektur (HTA-FR) entstanden. Ende 2024 hat mit dem Einstieg von SGS als Mehrheitsaktionär ein neues Kapitel begonnen. «Wir agieren weiterhin autonom», betont CEO Vincent Sabot. «Wir sind ein Start-up innerhalb eines Grosskonzerns.»

CertX konnte sich auf diese Weise die Agilität eines kleinen Unternehmens bewahren. Zugleich profitiert es von der Investitionskraft und dem weltweiten Netzwerk von SGS. So kann es in China oder Indonesien auf die lokalen Teams des Konzerns zurückgreifen und muss keine eigenen Strukturen aufbauen. «Dadurch können wir uns auf die Weiterentwicklung unserer technischen Kompetenzen konzentrieren. »

Das Betätigungsfeld des Freiburger KMU umspannt die ganze Welt: Mit rund zwanzig Mitarbeitenden und etwa vierzig externen Auditoren ist es in Europa, Nordamerika, Asien und im Nahen Osten tätig. In Jerusalem führt es Sicherheits- und Cybersicherheitsinspektionen für die neue Tramlinie Blue Line durch – ein riesiges System, das Rollmaterial, Signalanlagen, eine Leitstelle, die Energieversorgung und auch Tunnels umfasst.

Ein weiterer Partner ist NVIDIA. CertX arbeitet eng mit dem amerikanischen Grossunternehmen zusammen und gehört nun dem Ökosystem seines Halos AI Systems Inspection Lab an, das sich autonomen Systemen und der «Physical AI» widmet. Für Vincent Sabot ist dies ein «Ritterschlag», was die Kompetenzen von CertX angeht, aber auch ein «Lighthouse-Deal», der das internationale Profil des Unternehmens schärfen soll.

Diese hochkarätigen Partnerschaften haben bei CertX jedoch keineswegs zu Selbstzufriedenheit geführt. «Technisches Fachwissen und die Fähigkeit, Ergebnisse zu liefern, stehen im Mittelpunkt unserer Gespräche. Deshalb entscheiden sich Unternehmen wie NVIDIA für eine Zusammenarbeit mit uns. »

Zusammenführung von Fachwissen

CertX setzt auf die Zusammenführung seiner drei Fachgebiete – Betriebssicherheit, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz –, um seine nächste Wachstumsphase voranzutreiben. «In der Vergangenheit hat man diese drei Bereiche meist isoliert voneinander behandelt. Doch das ändert sich gerade.» Autonome Fahrzeuge, Robotik oder intelligente Infrastrukturen erfordern zunehmend die gleichzeitige Berücksichtigung aller drei Bereiche. «Genau hier bringt CertX einen echten Mehrwert, da wir seit jeher einen integrierten Ansatz bei Projekten verfolgen.»

Was die Wachstumspläne angeht, hat CertX Nordamerika im Visier, seit es 2025 eine Niederlassung in Montreal eröffnet hat. Auch in Asien und im Nahen Osten baut das Unternehmen seine Aktivitäten rasch aus.

Der Schwerpunkt des Unternehmens ist jedoch nach wie vor Freiburg. Auf dem bluefactory-Gelände kann CertX  auf die Talentpools der West- und der Deutschschweiz zurückgreifen und enge Beziehungen zur HTA-FR pflegen. «Wir geniessen die uneingeschränkte Unterstützung des Freiburger Ökosystems. Unsere Basis bleibt hier, auch wenn unsere Aktivitäten uns mittlerweile fast überall hin führen.»